Flugplatz Döberitz

Auf dem westlich Berlins gelegenen Truppenübungsplatz Döberitz entstand 1910 der erste militärische Flugplatz des Deutschen Reiches. Wenig später entwickelte sich daraus die zentrale Ausbildungs- und Erprobungsstelle der preußischen Militärluftfahrt und damit die Wiege der deutschen Militärfliegerei. “Fliegerasse” wie Boelcke, Immelmann und Richthofen erhielten auf dem Fliegerhorst ihre Ausbildung, hier wurden neue Flugzeugtypen und Kampftechniken entwickelt. Im Zweiten Weltkrieg nutzten Hitler und Göring den traditionsreichen Standort, um ihre Luftwaffe des “Großdeutschen Reiches” aufzubauen. Im April 1945 besetzte die Rote Armee den Platz und blieb bis zu ihrem Abzug aus Deutschland 1991. Inzwischen hat die Heinz-Sielmann-Stiftung das Areal übernommen und schafft dort ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet. Erhard Cielewicz und Kai Biermann schildern ein faszinierendes Kapitel deutscher Technik- und Militärgeschichte. Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Bilddokumenten wird der Rüstungswettlauf des Ersten Weltkriegs und die Entwicklung der NS-Kriegsmaschinerie 1939-1945 ebenso verdeutlicht, wie die Nutzung des Areals in den Jahrzehnten danach.

“Das ist nicht nur militärhistorisch von Interesse, zeigt sich doch an Döberitz exemplarisch, wie brüchig die Weimarer Demokratie war; wie sich die Reichswehr als Staat im Staate schon früh der im Versailler Vertrag verbotenen Waffen wieder zu versichern wusste; wie die Mechanismen funktionierten, mit denen sich die NS-Führung schnell eine schlagkräftige Luftwaffe schuf, mit Göring an der Spitze.”
Der Tagesspiegel, 5. Oktober 2005

“Den Autoren gelingt es, über die technische und militärische Entwicklung genau zu informieren und gleichzeitig Distanz zu wahren. Diese Kombination macht das Buch besonders lesenswert. An keiner Stelle erliegen die Autoren der Faszination des Militärischen und des Kriegsschauspiels.” Deutschlandradio Kultur, 27. Oktober 2005

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